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SchaltungBis jetzt haben wir ein Mikrofon und einen Hörer, wir können nun also ein einfaches Telefon bauen. Dazu schalten wir Batterie, Mikrofone und Hörer in Reihe. Der Nachteil dieser Schaltung ist der ständige Stromverbrauch. Außerdem haben wir keine Möglichkeit zur Anrufsignalisierung, ein Klingeln fehlt. Also trennen wir den Sprechkreis mit der Batterie und den Mikrofon vom übrigen Telefon. Der Sprechkreis besteht nun Mikrofon, Batterie, Trafo und einem Kontakt. Wird der Kontakt durch Abnehmen des Hörers geschlossen, fliesst Strom durch das Mikrofon. Über den Trafo werden nun Sprechwechselströme zur Gegenseite übertragen. Es fliesst also nur noch Strom, wenn der Hörer abgenommen wird. Ein weiterer Nachteil, man hört seine eigen Sprache aus dem Hörer, außerdem kann es zu Rückkopplungen kommen. Dies kann aber auch behoben werden.
Wir haben nun ein funktionierendes Telefonnetz, allerdings mit nur zwei Gegenstellen. Um nun Verbindungen zwischen vielen Teilnehmer herstellen zu können, brauchen wir eine zentrale Vermittlungsstelle; denn jeden Teilnehmer einzeln mit jedem anderen zu verbinden wäre ein sinnloses Unterfangen. HandvermittlungDie Notwendigkeit einer zentralen Vermittlungsstelle wird uns durch die Aufgabe, mehrere Endgeräte zu verbinden, klar. Es sind nur Leitungen von jedem Telefon zur Vermittlungsstelle nötig.Sogar bis in die 60er Jahre war die Vermittlung per Hand in Gebrauch. Die berühmte Dame vom Amt, ihr sagte man, mit wem man verbunden werden wollte. Die Anschlüsse der Teilnehmer führten in ein Vermittlungsamt und endeten in einem Klappenschrank. Drehte man an der Dynamokurbel seines Telefons, ließ die dadurch erzeugte Spannung eine Anrufklappe fallen. Daher auch der Names des Klappenschrank. Die Telefonistin stöpselte sich nun in die Buchse des Teilnehmers und erfragte seinen Verbindungswunsch. Dann rief sie den gewünschten Teilnehmer an und verband die beiden Buchsen, die Verbindung stand. Bei Ende des Gesprächs musst man nochmals Kurbeln, um der Telefonistin zu signalisieren, sie könne die Verbindung nun trennen. Zu anfangs wurden die Telefone immer noch lokal mit der Batterie betrieben, doch wurde die zentrale Stromversorgung vom Amt mittels Drosselspulen schon bald realisiert. So fiel die lästige Aufgabe, in regelmäßigen Abständen beim Teilnehmer die Batterien zu wechseln, endlich weg. Außerdem wurden die Klappen, die von Hand zurückgestellt werden mussten, durch Lampen ersetzt. Die Verbreitung des Telefons führte zu immer größeren Vermittlungsstellen und auch zur Automatisierung. Hier sei noch kurz ein Zeitgenosse erwähnt, der sagte, dass sich das Telefon nicht durchsetzen werde, da es doch genug Botenjungen gäbe. SelbstwähldienstDie Zukunftsprognose des letzten Abschnittes bewahrheitete sich nicht, die Entwicklung und Verbreitung nahm ständig zu. Der Übergang zum Selbstwähldienst war der nächste wichtige Schritt. Realisiert wurde dies mit der bekannten Wählscheibe. Beim Aufziehen der Wählscheibe wird eine Spiralfeder gespannt. Beim Loslassen sorgt ein Fliehkraftregler dazu, dass die Wählscheibe mit gleichbleibender Geschwindigkeit in ihre Ursprungslage zurückkehrt. Der Impulskontakt überbrückt dabei die zwei Leitungsadern für eine Impulsdauer von je 60 ms. So oft wie es der gewählten Ziffer entspricht. Es entstehen dabei so starke Stromimpulse, dass die Wähleinrichtung in der Vermittlungsstelle auslöst.Die grundlegende Idee geht auf den amerikanischen Bestattungsunternehmer Almon Strowger zurück. Sein Hebdrehwähler besteht aus einer gewölbten Platte, auf der zehn Reihen mit jeweils zehn Kontakten angebracht sind. Davor ist ein Kontaktarm, der sich heben und drehen lässt. Dieser lässt sich nun über das Telefon steuern. Die erste Ziffer läst den Arm heben, die zweite drehen. So kann eine Verbindung zu 100 anderen Teilnehmern aufgebaut werden. Ist der Kontakt hergestellt, wird von der Vermittlungsstelle des gerufenen Teilnehmers eine Wechselspannung (ca 80-110 Volt) auf die Leitung geschaltet, die beim Angerufenen über einen Kondensator zur Klingel gelangt. Wird nun beim Abheben der Gleichstromkreis geschlossen, wird die Rufspannung unterbrochen und die Sprechverbindung durchgeschaltet. Die beiden Leitungen zum Telefon hin, werden im übrigen a- und b-Ader genannt. Im Leerlauf beträgt heute die Nennspannung zwischen a- und b-Ader ca. 60V. Beim Abheben des Hörers sinkt sie auf 12V. Durch das Telefon fliesst ein Strom von ca. 30 - 50 mA. |
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