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Das analoge TelefonMarkus Oster
Der Begriff Telefon tauchte schon im Jahr 1796 auf. Damals wurden
damit allerdings Sprachrohranlagen bezeichnet. Dieser Begriff wurde
dann für Apparate, die Sprache elektronisch übertragen, übernommen.
Das erste Telefon nach unserer Auffassung beschrieb der französiche
Telegraphenbeamte Charles Boursel 1854. Er dachte an eine Membran, die
einen Stromkreislauf im Rhythmus der Sprache unterbrechen sollte, auf
der anderen Seite sollte eine andere Membran durch diese Stromimpulse
in Schwingungen versetzt werden. Doch seine theoretischen Überlegungen
setzte er nie in die Praxis um.
Die Erfindung des Telefons lässt sich nicht allein einer Person
zuschreiben. Die zwei wichtigsten Personen hierbei sind Johann Philipp
Reis und Alexander Graham Bell, die ihre Fernsprecher beide in der
zweiten Hälfte 19. Jh. vorstellten.
Reis war Lehrer für Physik und Chemie und hatte sich schon lang mit
der Elektrizität auseinandergesetzt. Ähnlich wie Hammer und Amboss im
menschlichen Ohr konstruierte Reis sein Mikrofon. Der Stromfluss wurde
im Rhythmus der Sprache unterbrochen, die Verständlichkeit war aber
wegen des hohen Klirrfaktors nicht besonders gut. Der Empfänger
bestand aus einer Stricknadel, die sich im Kern einer Magnetspule
befand. Vom Rhythmus des Stromflusses wurde sie in Schwingung versetzt
und akustisch durch einen hölzernen Resonanzkasten verstärkt. Obwohl
er später noch einige Mängel beseitigte, fand sein Telefon nur
geringes Interesse.
1876 meldete der Taubstummenlehrer Alexander Bell sein System zum
Patent an. Er konstruierte einen Hörer aus Membran und
Metallspule. Dieser Hörer ließ sich sowohl als Sender als auch als
Empfänger benutzen, im Gegensatz zu Reis Stricknadeltelefons. Dieser
Fernsprecher besteht aus einem Trichter, an dessen Ende sich eine
Membran befindet. Durch Sprechen in den Trichter wurde sie in
Schwingung versetzt, welche über eine Feder an den Anker eines
Elektromagneten übertragen wurde. Durch die Bewegung des Ankers wurde
in der Spule ein Strom induziert. Bei der Gegenstelle wird durch
diesen Strom die Membran in Schwingung versetzt, die Sprache wird
wieder hörbar. Die dabei erzeugte Spannung war aber zu gering um weite
Strecken zu überbrücken, doch Bell verbesserte sein System nach und
nach. Letztendlich konnte er Entfernungen von ca. 150 km
überbrücken. Bell gründete 1877 die Bell Telephone Company, die später
in American Telephone and Telegraph Company umbenannt wurde. Noch
heute ist AT&T in Amerika eine der größten Telefongesellschaften.
Erst durch Erfindung des Kohlemikrofons durch Edison und Hughes gegen
Ende des 19. Jh. wurde das Telefon praktisch nutzbar. Es besteht aus
einem Kohlestab, der sich zwischen zwei Kohleklötzchen befindet. Der
Kontaktwiderstand zwischen Stab und Klötzchen wird durch die
Schwingung einer Membran verändert. Edison verbesserte dieses
Mikrofon, indem er an der Membran ein mit Kohlekörnern gefüllte Schale
befestigte. Durch die Bewegung der Membran werden die Kohlekörner
zusammengepresst, wodurch der Stromfluss sich erhöht. Moderne
Kohlemikrofone basieren auf diesen Verbesserungen. Sie wurden bis in
die 80er Jahre in Telefone eingebaut.
Erst die Transistortechnik führte dann zu modernen Mikrofonen. Sie
bestehen aus einer Metallmembran, auf der ein kleine Platte aus
Piezokeramik aufgeklebt ist. Die Piezokeramik wandelt den Schalldruck
in elektrische Ladungen um. Diese werden verstärkt und durch einen IC
in entsprechende Tonfrequenzwechselströme verwandelt.
Am Hörer hat sich seit Bell im Prinzip nicht viel verändert, er wurde
von Werner Siemens verbessert, wodurch die Lautstärke erhöht wurde.
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